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Juni 2001 - Port Hedland (W.A.)



Heute ist der 17. Mai 2001, wir sind also bereits wieder einen Monat in Down Under. Nach weiteren gut 200 Kilometern und vorbei an Exmouth erreichen wir am Nachmittag das Mesa Camp im Cape Range National Park. Für Yvonne und mich ist dieser National Park einer der Lieblingsplätze an der ganzen Westküste. Der Park erstreckt sich entlang des Ningaloo Reefs an der Küste auf einer Länge von etwa 60 Kilometern. Nebst einer vielfältigen Fauna bietet der Park viele einfache Campingmöglichkeiten direkt am Meer. Es ist hier möglich, vom Wohnmobil mit Taucherbrille, Schnorchel und Flippers nach wenigen Metern im ruhigen Wasser des Ningaloo Marine Park die Unterwasserwelt zu erkunden. Man braucht weder ein Boot noch muss man sich einer organisierten Tour anschliessen - traumhaft! Der anwesende Ranger schenkt uns am nächsten Morgen einen fangfrischen Spangled Emperor, ein köstlicher Fisch von 1.6 Kilogramm.



Die Strasse weiter südwärts bis zum Yardie Creek wurde in der Zwischenzeit geteert. Somit ist die Schlucht nun auch mit nicht geländegängigen Fahrzeugen konfortabel zu besuchen. Herrlich ist ein Spaziergang im Uferbereich des Yardie Creeks. Auch wird eine Bootsfahrt auf dem tiefblauen Fluss angeboten, wo fast senkrecht abfallende, dunkelrote Felswände das Ufer säumen. Auf dem "one Unit Bay" Campground, wir sind also mutterseelenallein direkt am Strand, wird der geschenkte Edelfisch mit Reis und selbstgemachter Majonnaise zum Festmahl.



Zurück auf dem North West Coastal Highway biegen wir beim Nanutarra Roadhouse Richtung Tom Price und Karijini National Park ab. Diese Strecke ist auch für uns Neuland. Tom Price ist noch nicht sehr lange auf geteerten Strassen erreichbar, weshalb wir sonst immer auf dem Highway Nr. 1 nordwärts steuerten. Die Nacht verbringen wir auf einer wunderschönen Rest Area, 180 Kilometer vor Tom Price. Das Gebiet zeichnet sich durch reiche Eisenerzvorkommen aus, welches hier abgebaut wird. Es ist eine der grössten Bergbauregionen Australiens. Während einer Führung in der Mt. Tom Price Mine sehen wir die Ungetümer von Lastwagen und Baggern. Ein Rad eines solchen Lastwagens ist dreieinhalb Meter hoch, was der Gesamthöhe Waltzing Matilda's entspricht!



Auf dem Weg Richtung Port Hedland besuchen wir den Karijini National Park. Er bietet grandiose Schluchten, Wasserfälle und Ausblicke. Die Strassen im Park sind nach wie vor nicht geteert, jedoch wie jetzt in der Trockenzeit relativ gut zu befahren; wenn nur der rote Staub und Sand nicht wäre. Beim Auski Roadhouse, 260 Kilometer südlich von Port Hedland, kostet uns die Reinigung von Waltzing Matilda innen und aussen einen halben Tag. Mehr oder weniger sauber fahren wir am 23. Mai 2001 in Port Hedland ein.



Zusammen mit South Hedland wohnen hier etwa 12'000 Menschen. Im riesigen Frachthafen wird das Eisenerz, welches auf kilometerlangen Zügen aus Newman und Mt. Whaleback nach Port Hedland transportiert wird, auf Monster-Schiffe von über 200'000 Tonnen Zuladung verladen. Das Eisenerz wird nach Europa und Asien, vor allem Japan und Korea, exportiert, von wo dann die blitzblanken Toyotas und Mitsubishis zurück in Australien importiert werden.



Wie vor drei Jahren wollten wir wiederum im sehr guten chinesischen Restaurant von Port Hedland das Nachtessen einnehmen. Doch die "Oriental Gallery", so heisst das Restaurant heute, ist schlechthin eine Katastrophe und der Reinfall des Tages. Wir lieben es, asiatisch essen zu gehen. Doch nun ist die chinesische Küche, welche schon oft für schlechte Laune und fade Speisen gesorgt hat, für uns definitiv gestorben. Wir werden in Zukunft nur noch indische, thailändische und sonstige südostasiatische Küchen berücksichtigen.



Die Strecke von Port Hedland nach Broome ist eine der langweiligsten überhaupt in Australien und mit über 600 Kilometern noch ziemlich lang. Um so mehr freuen wir uns schon auf die erholsamen, paradiesischen Tage am Eighty Mile Beach, welcher auf halbem Weg liegt.