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November 2001 – Mackay (Q.L.D.)

Schluss mit dem Lotterleben, on the road again verlassen wir am 29. Oktober 2001 Cairns. Mit einer perfekt arbeitenden und bei dieser Hitze aeusserst willkommenen Klimaanlage, einem neuen Unterhaltungskasten, einem ausgewechselten Kuechenauszug, einer verschliessbaren Tuere vom Fuehrerhaus zur Wohnkabine und einem fantastischen, ausziehbaren Tisch, aber auch einige tausend Dollars aermer schaffen wir es heute lediglich bis Ellis Beach, 20 Kilometer noerdlich von Cairns. Bei Rosi und Christoph lassen wir es uns in ihrem Restaurant Atlantis gut gehen und uebernachten anschliessend bei den Schweizer Auswanderern. Dass Kaenguru, Emu und Krokodil so gut schmecken kann, wusste ich bisher nicht, und Christoph’s Kochkuenste haben uns derart ueberzeugt, dass wir wohl in Zukunft das Atlantis in Ellis Beach in unseren Reiseplaenen als weiteres "must" aufnehmen werden.

Auf dem Weg Richtung Sueden fuehrt uns der Captain Cook Highway zuerst nordwaerts entlang einer der schoensten Kuestenstrecken Australiens bis nach Port Douglas. Nach dem obligaten Spaziergang durch das von der High Society beherrschten Tropennest steht ein Besuch der Mossman Gorge auf dem Programm. Das erfrischende Bad im kuehlen Fluss ist natuerlich vor allem bei den vorherrschenden Temperaturen von 35 Grad ein Gedicht. Kurz suedlich von Mossman steigt der Highway recht steil an, und auf einer Meereshoehe von zirka 500 Metern tuckern wir im Atherton Tableland ueber Mareeba und Yungaburra zum Lake Eacham. Der Kratersee ist eine beliebte Badestelle, umgeben von tropischem Regenwald. Nach einer friedlichen Nacht auf dem einfachen Lake Eacham Caravan Park, etwa zwei Kilometer vom gleichnamigen See entfernt, sind es gut 200 Kilometer bis nach Mission Beach. Traditionsgemaess checken wir fuer eine Woche im Beachcomber Caravan Park ein, welcher in South Mission Beach und direkt an einem der schoensten Tropenstraende Australiens liegt. Eine Woche lang baden, am Strand entlang spazieren, gut essen und trinken, aber auch Bootsausfluege zur Dunk Island und aufs Great Barrier Reef – bei diesem nach wie vor perfekten Superwetter geniessen wir die Zeit auf dem Beachcomber in vollen Zuegen.

Es ist der 8. November 2001, und auf dem Bruce Highway steuern wir weiter Richtung Sueden und besuchen unterwegs die Murray und Jourama Wasserfaelle, welche nur wenige Kilometer westlich der Hauptstrasse liegen. Wie jedes Mal in Townsville bietet sich der Rowes Bay Caravan Park fuer eine Nacht an. Abends schlendern wir durch die Stadt, bestaunen die herrlichen, alten Queenslandhaueser und besuchen das neue Hafengelaende. Wir sind uns einig, auch Townsville wird langsam erwachsen und gefaellt uns heute einiges besser als auch schon.

Knapp 300 Kilometer weiter suedlich erreichen wir Airlie Beach bei den Whitsunday Islands. Fuer Yvonne und mich ein absoluter Topspot! Natuerlich ist auch das einstige kleine Dorf Airlie Beach zu einer mittlerweile ordentlichen Kleinstadt gewachsen, doch unserer Meinung nach ueberwiegen die positiven Entwicklungen. Besonders erwaehnenswert ist dabei die kuenstlich erstellte Lagune. Es handelt sich dabei um einen riesengrossen Swimming-Pool, umgeben mit Rasenflaechen und Sandstrand, welcher wunderschoen eingebettet zwischen der Hauptstrasse und dem Meer eine echte Alternative zu den Bademoeglichkeiten bei den Inseln bietet. Natuerlich sind Bootsausfluege und Fahrten durch die 60 Inseln der Whitsunday’s, gespickt mit kristallklarem, tuerkis-blauem Wasser, nicht zu ueberbieten, doch nun ist es (endlich) moeglich, auch mal einen Badetag auf dem Festland in Airlie Beach selbst einzulegen. Auch in Cairns wird zurzeit an einer aehnlichen Anlage gearbeitet, was wir persoenlich als echte Bereicherung werten.
Zehn Tage hausen wir auf dem Airlie Cove Caravan Park, auf welchem nach wie vor Possums, Regenbogenpapageien, Kookaburras, weniger oft auch Wallabys und Warane zu Besuch kommen. Unter den unzaehligen Anbietern von Bootsausfluegen buchen wir eine Schnorcheltour mit dem Segelboot "on the edge" zur Hayman Island und eine Fahrt mit einem der grossen "Fantasea"-Katamarane nach Hamilton Island und zum Whitehaven Beach. Schneeweisse Straende, durch das Great Barrier Reef geschuetzte, ruhige Badebuchten, Inseln und nochmals Inseln – die Whitsunday’s muessen sich bei einem Vergleich mit der Suedsee nicht verstecken!
Anlaesslich des Weinfestes werden unter anderem auch kurze Rundfluege mit einem Helikopter angeboten. Wir lassen uns dies natuerlich nicht entgehen. Fuer nur AUD 39.00 pro Person bietet der Heli, bei welchem zwecks besserer Sicht die Tueren demontiert wurden, eine atemberaubende Rundsicht ueber Airlie Beach verbunden mit fantastischen Bedingungen fuer Foto- und Videoaufnahmen.

Ein weiterer Hoehepunkt entlang der Ostkueste ist der Eungella National Park, welcher sich 200 Strassenkilometer suedwestlich von Airlie Beach beziehungsweise 80 Kilometer westlich von Mackay befindet. Auf den letzten handvoll Kilometern steigt die Strasse ueberaus steil auf knapp 1'000 Metern ueber Meer an. 5 Kilometer suedlich der Ortschaft Eungella, beim Broken River, sind mit etwas Glueck Schnabeltiere zu beobachten. Meistens am fruehen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang ist die Chance am groessten, diese eigenartigen Tiere, welche hier Platypus heissen, zu sehen. Das Schnabeltier ist eine Art Mittelding zwischen einem Reptil und einem Saeugetier. Es hat einen entenaehnlichen Schnabel, Schwimmhaeute und lebt im Wasser, legt Eier und saeugt seine Jungen! Leider besteht der Campingplatz auf der linken Seite der Bruecke nicht mehr, die wenigen Stellplaetze auf dem uebrig gebliebenen, kleinen Campingplatz auf der rechten Seite sind fuer Waltzing Matilda zu klein, weshalb wir mit dem Caravan Park in der Ortschaft Eungella Vorlieb nehmen muessen. Doch auch dieser Platz ist nicht von schlechten Eltern und viel mehr als eine schlechte Alternative, bietet er doch mit seinen nur etwa 20 Plaetzen, umgeben von tropischem Regenwald und einem fantastischen Ausblick eine idyllische Uebernachtungsmoeglichkeit.

Zurueck in Mackay lassen wir bei Waltzing Matilda das Oel wechseln, verpassen den Vorderraedern zwei neue Reifen und muessen bei der Kontrolle der Radausrichtung (Wheel Alignment) feststellen, dass die Raeder an der Vorderachse neu ausgerichtet werden muessen. Das sei in Australien eine alltaegliche und oftmals auch an Neufahrzeugen unerlaessliche Massnahme, weil australische Strassen in der Mitte hoeher gebaut sind als an den Strassenenden, damit bei starken Regenfaellen das Wasser nach links und rechts ablaufen kann. Das hat natuerlich zur Folge, dass ein Fahrzeug immer ein wenig, unbewusst und kaum spuerbar, in Richtung Strassenmitte gesteuert wird und damit die Radausrichtung beeinflusst und veraendert. Bei Waltzing Matilda wirkt sich dazu noch die Linkssteuerung negativ aus, da die Raeder fuer den Europaeischen Markt und Rechtsverkehr ausgerichtet sind. Also beissen wir in den sauren Apfel und unterziehen unser "Mitsubuschi" dieser Prozedur, welche einen ganzen Tag in Anspruch nimmt. Und wie so oft, kommt ein Unglueck nicht selten allein. Beim notwendigen Ausbau der Vorderachse stellen die Mechaniker bei "Big Wheels" in Mackay fest, dass einer der beiden Bremszylinder am linken Vorderrad abgebrochen und einer am rechten Vorderrad angebrochen ist. Noch nie haetten sie so etwas bei einem Mitsubishi Canter gesehen und weshalb – ein Raetsel. Die zwei neuen Bremszylinder muessen in Sydney bestellt werden und benoetigen ein ein oder zwei Tage bis Mackay. Um es kurz zu halten, nach total drei unfreiwilligen Tagen und um 1'400 Australische Dollars erleichtert sind wir wieder bereit zu neuen Taten. Irgend einmal musste ja was kommen, auf den bisher zurueckgelegten 120'000 Kilometern mit Waltzing Matilda wurde nur ein Ventil in Neuseeland ausgetauscht, was uns einen Tag kostete. Mit insgesamt vier verlorenen Tagen infolge einer Fahrzeugpanne waehrend knapp 5 Jahren sind wir jedoch nach wie vor sehr zufrieden mit Waltzing Matilda!

Das ganze Missgeschickt hat jedoch auch etwas gutes, denn waehrend wir auf die neuen Bremszylinder warten, erreicht uns ein Telefonanruf von Erika, der Exfrau unseres lieben Freundes Karl Kaegi in Cairns, welche nach wie vor in Mackay im "Waldhuus" lebt, und ladet uns zu einem Grillabend ein. Erika und ihr jetziger Ehemann Ernst bewirten uns wie die Fuersten im Waldhuus, welches etwa 30 Kilometer noerdlich von Mackay liegt und vor 30 Jahren unter anderem von Karl selbst gebaut wurde. Nach einem ueppigen Katerfruehstueck mit Speck, Eiern und Grilltomate bedanken wir uns bei Erika und Ernst und steuern mit neu ausgerichteten Vorderraedern und zwei neuen Goodyear Reifen weiter Richtung Sueden.